BMI-Tabelle: Viele Muskeln = Übergewicht?

Von   11. November 2015

BMI Berechnung

Der sogenannte BMI (Body Mass Index) ist eine verbreitete Messgröße, die das Körpergewicht eines Menschen relativ zur Körpergröße bewertet.

BMI = Masse[kg] / (Größe[m] * Größe[m])

Hier kannst du auch deinen BMI berechnen: BMI-Tabelle

BMI Tabellen zur Einordnung

Der BMI ist ein Wert zwischen 0 und >40, den man in eine der folgenden Kategorien einordnen kann. Die BMI Tabellen unterscheiden sich dabei je nach Frau, Mann, Kind oder Baby. Eine Frau ist beispielsweise bei demselben BMI wie ein Mann bereits leicht übergewichtig während der Mann gerade noch normalgewichtig ist. Die BMI-Tabelle bietet dir ebenfalls die Möglichkeit die für die richtige BMI-Tabelle nach Alter und Geschlecht auszusuchen.

bmi-tabelle-einordnung-normalgewicht-uebergewicht-untergewicht-magersucht

Aussagekraft BMI

Als Referenzgröße eignet sich der BMI dabei für einen Großteil der Bevölkerung. Er betrachtet einen durchschnittlich gebauten Menschen mit einem durchschnittlichen Anteil an Fett, Muskeln, Gewebe, Wasser etc.  und definiert basierend darauf, in welche Gewichtsklasse jemand einzuordnen ist.

Das ist grundsätzlich völlig ok. Man sollte nur eine Sache beachten:

Fett, Muskeln, Gewebe und Wasser haben unterschiedliche Dichten

Beispielrechnung BMI Sportler vs BMI Couchpotato

Weichen die Anteile an Fett, Muskeln, Wasser etc. im menschlichen Körper von den Durchschnittsannahmen im BMI ab, ziehen wir u.U. falsche Schlussfolgerungen – hierzu ein kleines Rechenbeispiel:

Im Folgenden lernt ihr Kai und Frederik kennen:

….beide sind 1,80m groß und wiegen 90kg
….beide haben einen BMI von 27,78
….beide sind laut BMI „präadipös“ (Nutze den BMI-Rechner um nachzurechnen;) )

Mit Blick auf die Zahlen sind Kai und Frederik absolut identisch…

… und dennoch unterschiedlich:

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Kai trainiert regelmäßig und ernährt sich gesund und ausgewogen. Kai hat einen geringen Körperfettanteil von nur 10%.

 

 

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Frederik hingegen isst gern fettig und treibt keinen Sport. Sein Körperfettanteil liegt bei 30%.

 

Der BMI sagt in diesem Falle weder etwas über das optische Erscheinungsbild noch über den gesundheitlichen Zustand der beiden aus. Den Unterschied erkennt man nicht in Größe oder Gewicht, somit auch nicht im BMI.

Muskeln sind bekanntlich schwerer als Fett. Dies verdeutlicht auch die Rechnung rechts neben den beiden Silhouetten. Würde man das Gewicht der beiden in Volumen umrechnen, so käme Frederik auf über 2 Liter mehr Volumen. Das ist vergleichbar mit vier 0,5l Wasserflaschen, die man zusammenbindet und sich um den Bauch schnallt.

Neben dem optischen Unterschied gibt es aber auch noch gesundheitliche Unterschiede:
Ein zu hoher Körperfettanteil führt u.U. zu einem Anstieg der Blutfett-Werte und damit auch zu einem höheren Blutdruck, der wiederum zu einem gesteigerten Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle führt.

Ein zu geringer Blutdruck hingegen kann ebenfalls die Körperfunktionen (Vitamineinlagerung, Körpertemperatur, Schutz der Organe) führen.

Was lernen wir daraus?

Der BMI ist eine vernünftige Referenzgröße für die breite Masse. Weicht ihr davon ab, weil ihr mehr Kraftsport treibt und dementsprechend mehr Muskeln habt? Macht euch keine Sorgen. Nur weil euer BMI sagt, dass ihr übergewichtig seid, heißt das noch gar nix. In eurem Falle ist der BMI mit seinen durchschnittlichen Annahmen einfach nicht anwendbar.

 

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