Kategorien Archive: Messgrößen Ernährung

Wie viel Ballaststoffe pro Tag?

Von   1. Dezember 2018

Wie viel Ballaststoffe pro Tag?

In einer Welt, in welcher nur noch von Proteinen, Gluten, Zucker und Antioxidantien geredet wird, werden oft die notwendigen Ballaststoffe vergessen. Dabei sind Ballaststoffe elementar für eine gesunde Ernährung und dürfen nicht unterschätzt werden. Eine intakte Verdauung ist in erster Linie auch immer einem ausreichnden Maß an Ballaststoffen zu verdanken. Doch wie viel Gramm Ballaststoffe pro Tag sollten es eigentlich sein?

Ballaststoffe für eine gesunde Verdauung

Unter Ballaststoffen versteht man unverdauliche Nahrungsbestandteile, welche sich vor allem in Getreide, aber auch in zahlreichen Obst- und Gemüsesorten wiederfinden. Dadurch, dass sie nicht verdaut werden und somit weder Energie noch Vitamine liefern, möge manch einer meinen, dass der Tagesbedarf für Ballaststoffe unwichtig erscheine- dem ist aber nicht so.

Die Stoffe, welche die Pflanzenzellen schützen, unterstützen einen gesunden Magen-Darm-Trakt und wirken verdauungsfördernd. Daher kann man davon ausgehen, dass eine ballaststoffreiche Ernährung sich positiv auf das Wohlbefinden und die Gesundheit auswirkt. Denn kommen sie im Dickdarm an, saugen sie Wasser auf, wodurch wiederum die Darmfüllung vergrößert wird. Das wiederum bedeutet, dass sich das Gewicht des Stuhls erhöht, dieser weicher wird und schlussendlich vereinfacht abgeführt werden kann. Konkret beugen Ballaststoffe einer unangenehmen Darmentleerung und Verdauungsschwierigkeiten vor, was sie zum Urheber für einen funktionieren Magen-Darm-Trakt macht.

Ballaststoffe zur Vorbeugung schwerer Krankheiten

Neben ihre positiven Wirkung auf die Verdauung, helfen Ballaststoffe bei der Vorbeugung zahlreicher schwerer Krankheiten. Eine ballaststoffreiche Ernährung reduziert das Risiko auf Darmkrebs und Diabetes. Dabei bewirken sie unter anderem, dass Kohlenhydrate, also Zucker, langsamer in das Blut übergehen. Infolgedessen wird einem hohen Blutzuckerspiegel nach dem Essen entgegenwirkt. Auch Übergewicht, welches die Ursache zahlreicher Krankheiten ist, kann durch eine ballaststoffreiche Ernährung eingedämmt werden. Möglich ist dies durch das längere Sättigungsgefühl, welches aufgrund der wertvollen Nährstoffe herbeigeführt wird. All dies sind gute Gründe dafür den jeweiligen Tagesbedarf zu ermitteln und zu erreichen.

Wie viele Ballaststoffe pro Tag?

Grundsätzlich wird gesunden Menschen ein Tagesbedarf an Ballaststoffen von 30 Gramm nachgesagt. Sollten mehr als diese eingenommen werden, muss aber keinesfalls mit Nebenwirkungen gerechnet werden. 40 Gramm Ballaststoffe sollen noch fördernder sein. Manch Ernährungswissenschaftler möge gar 50 Gramm am Tag raten, während in der Steinzeit sicherlich weitaus mehr eingenommen wurden. Vor allem Personen, welche unter Diabetes leiden, sollten die täglich eingenommene Menge an Ballaststoffen erhöhen und somit von der wohltuenden Wirkung profitieren.

Leider ist es eine Tatsache, dass ein Großteil der Menschen viel zu wenig Ballaststoffe zu sich nimmt, was wiederum auf eine weitverbreitete ungesunde Ernährungsweise zurückzuführen ist. Der deutsche Durchschnittsbürger kommt nur auf 18 Gramm am Tag und liegt somit weit unter dem Tagesbedarf. Dabei gibt es Studien, die beweisen, dass sieben Gramm zusätzliche Ballaststoffe am Tag auch das Risiko eines Schlaganfalls um 7% reduzieren können. Trotz der regelrechten Epidemie an Ballaststoffmangel, ist dieser nicht offiziell anerkannt. Dabei kann er zu Verdauungsschwierigkeiten und Fettstoffwechselstörungen führen. Das Problem beim geringen Verzehr von Ballaststoffen ist jedoch dasselbe wie bei anderen Ernährungsmängeln auch- ein falsches Ernährungsbewusstsein in der Bevölkerung.

Wie erreicht man den Tagesbedarf an Ballaststoffen?

Es ist grundsätzlich nicht schwer, die empfohlene Menge Ballaststoffe pro Tag zu erreichen. Ballaststoffe sind ein fixer Bestandteil zahlreicher Nahrungsmittel und sitzen in der Zellwand diverser Gemüse-, Obst- und Getreidesorten. Der Schlüssel ist hierbei- ähnlich wie bei allen Ernährungsthemen- eine gesunde Ernährung und gegebenenfalls eine Umstellung. Ballaststoffe sind ein wesentlicher Bestandteil einer bewussten Diät, unterstützen körperlicher Prozesse und beugen schweren Krankheiten vor. Dennoch sind sie nur ein Ausschnitt einer ausgewogene Ernährung und sollten stets mit dem empfohlenen Verzehr anderer Nährwerte einhergehen.

Denn wer sich gesundheitsbewusst ernährt, erreicht in der Regel auch seinen Tagesbedarf an Ballaststoffen. Am häufigsten findet man Ballaststoffe in Getreide bzw. Getreideprodukten, bei welchen stets auf die Vollkornversion zurückgegriffen werden sollte. Diese sättigt nicht nur länger, sondern besitzt auch weit mehr Ballaststoffe als Produkte aus Weißmehl. Andere Lebensmittel, mit welchen man seinen Tagesbedarf an Ballaststoffen decken kann, sind Hülsenfrüchte, wie Linsen, Erbsen oder Bohnen. Dabei lässt sich feststellen, dass sich die wichtigen Bestandteile in natürlichen Lebensmitteln befinden, wodurch die Einnahme eigentlich umso einfacher macht. Wenn in Betracht gezogen wird, dass auch Samen, Obst, Gemüse und eben Getreidesorten wie Bulgur, zu den besten Ballaststofflieferanten gehören, könnte man daraus schließen, dass in der Steinzeit stets der Tagesbedarf erreicht wurde. Umso erschreckender ist es, dass dies heutzutage, trotz zahlreicher Ernährungsquellen, nicht der Fall ist.

Ballaststoffe zählen?

Um die empfohlene Menge Ballaststoffe pro Tag zu erreichen, muss man nicht unbedingt Ballaststoffe zählen. Bei einer ungesunden Ernährungsweise hilft das Überwachen und Dokumentieren der aufgenommenen Menge an Ballaststoffen zu Beginn aber ggf. schon. Mit Hilfe unserer neuen Rezeptrechner Version ermöglichen wir dir nun die Ballaststoffe für deine individuellen Rezepte zu berechnen und somit ein besseres Gefühl dafür zu erhalten, wie viel Ballaststoffe du eigentlich tagtäglich zu dir nimmst. Neben dem online Nährwerterechner wirst du auch demnächst in unserer Rezeptrechner App die Ballaststoffe deiner Rezepte berechnen können. Dies hilft dir noch viel einfach deine tägliche Aufnahme an Ballaststoffen zu überwachen.

Hier geht’s zum Online Nährwerterechner.

Hier geht’s zur Mobile App (IOS + Android).

ballaststoffe app rechner

Ballaststoffe Berechnen App

Ballaststoffe Nahrungsergänzungsmittel?

Mit einer ausgewogenen Ernährung werden auch genügend Ballaststoffe eingenommen. Daher solltest du versuchen Getreideprodukte stets durch die Vollkornversion zu ersetzen, viel Gemüse und Obst zu essen und auf gesunde Snacks, wie Nüsse und Samen, zurückzugreifen. Sofern du einige Mahlzeiten oder auch nur dein Frühstück und einen Nachtisch mit ballaststoffreichen Lebensmitteln ersetzt, kann die empfohlene Menge schon eingenommen werden. Rote Grütze ist nur eine der vielen Dinge, welche man mit Genuss und gutem Gewissen verzehren kann.

Tabletten und diverse Pulver mit einem hohen Anteil an Ballaststoffen sind nicht zu empfohlen, da sich eine gesunde Ernährungsweise stets rentiert. Darüber hinaus bestehen solche Pulver aus hohen Mengen an ballaststoffreichen Nahrungsmitteln, welche du günstiger und in einer leckeren Form zu dir nehmen kannst. Bereits vier Schreiben Vollkornbrot zum Frühstück und 200 Gramm Äpfel können den Tagesbedarf an Ballaststoffen decken, da scheinen Nahrungsergänzungsmittel keine gute Wahl.

5kg Gewicht verlieren in 2 Wochen – Geht das?

Von   7. November 2015

Wer kennt sie nicht? Artikel mit Anleitung, wie man in kürzester Zeit die unerwünschten zusätzlichen Fettpölsterchen, die man sich in Wochen oder sogar Monaten angefuttert hat, wieder los wird.

„5 Kilo weg – für immer!“

„5 Kilo in 14 Tagen – so funktionierts!

Solche Artikel versprechen meist schnelle Erfolge, 2 Wochen mal die Zähne zusammenbeißen und schwupps sind 5 Kilo weg….Ernsthaft?

Grundsätzlich steh ich solchen Versprechen immer skeptisch gegenüber, bis wir jemand fundierte Erklärungen gibt, wie sowas möglich sein kann. Warum also nicht mal ein kleines Rechenbeispiel wagen?

Rechenbeispiel: Wie viel kann man realistisch in 2 Wochen abnehmen?

Glykogenspeicher berechnen

In einem meiner vorherigen Artikel habe ich bereits über die Glykogenspeicher im menschlichen Körper geschrieben. Glykogenspeicher sind dazu da, kurzfristig überschüssige Energie zu speichern. Der Körper wandelt dabei die überschüssigen Kohlenhydrate in Glykogen um. Dabei kann der Körper nur eine begrenzte Menge an Glykogen speichern. Sind die Speicher voll, wird überschüssige Energie in Form von Fett gespeichert –> wir nehmen zu.

a) Leber: max150g –> hauptsächlich für Energiebereitstellung im Gehirn

b) Muskeln: max 250 – 600g –> diese Energie dient hauptsächlich dem Bewegungsapparat im Körper (der Wert schwankt je nach Trainigslevel, ein untrainierter Mensch wird nur max 250g speichern können, ein Ausdauersportler hingegen locker 500-600g)

Glykogen wird in Form von Kohlenhydraten, die in Glykogen umgewandelt werden, gespeichert.

1g Kohlenhydrat liefert 4,1 kcal Energie

Ein untrainierter Mensch kann folglich knapp 1600 kcal Energie ((150 g + 250g Glykogen) * 4,1 kcal) als Glykogen speichern.

Wassereinlagerung berechnen

Zudem muss man wissen, das Glykogen Wasser bindet.

1g Glykogen bindet zwischen 2 und 4g Wasser

Angenommen unsere Glykogenspeicher sind zu Beginn unserer Diätphase sehr voll (das ist relativ wahrscheinlich, da wir eine Diät ja meist dann starten, wenn wir zugenommen haben): Dann speichert unser Körper knapp 400g Glykogen ein und entsprechend zusätzlich noch zwischen 0,8 kg und 2kg Wasser (2-4g Wasser * 400g Glykogen).

Das sind dann in Summe bis zu 2,4 kg reines Gewicht aus Glykogen (400g) und Wasser (bis zu 2kg).

potentiell maximal möglicher Gewichtsverlust

Mit Beginn der Diät essen wir nun deutlich weniger. Der Körper benötigt weiterhin die Energie und beginnt folglich die Glykogenspeicher zu leeren. Komplett wird der Körper die Speicher nie leeren können. Für mein Rechenbeispiel simplifiziere ich hier jetzt ein wenig und geh einfach mal davon aus, wir leeren die Speicher komplett, das heißt wir müssen erst einmal 1600kcal weniger essen als wir verbrauchen.

Jetzt hängt das natürlich sehr stark von der Diät ab, auf wieviel kcal Einsparung pro Tag die Diät abzielt. Ein durchschnittlicher Wert wären täglich im Schnitt 300-500kcal weniger als wir verbrauchen. Bei 500kcal bräuchten wir also erst einmal knapp 3 Tage um die Speicher zu leeren.

Durch Leerung der Speicher wird das Wasser freigesetzt, gleichzeitig natürlich auch die Energie. Und folglich verlieren wir Gewicht, und zwar bis zu 2,4 kg nach obigen Rechenbeispiel. Hat man einmal leere Speicher und isst weiterhin weniger als man verbraucht, so beginnt der Körper sich tatsächlich an den Fettreserven zu bedienen.

1g Fett liefert knapp 9,1 kcal Energie

Um 1 kg Fett zu verbrennen, müssen dem Körper knapp 7000 kcal weniger zugeführt werden

Die Faustformel 7000kcal je kg Körperfett ist natürlich auch nur eine Annäherung. Man geht hier nicht von den 9100 kcal aus, da der Körper ein wenig Energie auch für die Verbrennung etc benötigt.

Nachdem wir die ersten 3 Tage mit dem Leeren der Glykogenspeicher verbracht haben, bleiben nun also noch 11 Tage über.

7000 kcal / 11 Tage = 636 kcal pro Tag

Das heißt, um 1kg Körperfett zu verlieren, müssten wir die kommenden 11 Tage knapp 600 kcal einsparen pro Tag!

Jetzt versprach der Artikel ja aber in Summe 5kg. 2,4 kg hätten wir durch Speicherleerung, fehlen noch 2,6kg. Das entspricht 18.200 kcal (2,6kg * 7000 kcal), die wir einsparen müssen, oder 1600kcal pro Tag (18.200 kcal/11 Tage). Falls ihr kein Gefühl dafür habt, was das bedeutet: Ein Frau hat im Schnitt einen Tagesbedarf von 1500 -2000 kcal, ein Mann knapp 2000 – 2500kcal. Ich denke damit wird der Punkt langsam klar.

Selbst wenn wir die 18.200 kcal auf die 14 Tage umlegen, sind das noch knapp 1300 kcal pro Tag, das heißt, man müsste seine Energieaufnahme um mehr als 65% reduzieren und das über einen Zeitraum von 2 Wochen.

Fazit

Ich hoffe, ich konnte damit ein wenig näher bringen, wie realistisch die 5kg in 2 Wochen tatsächlich sein können. Ich bezweifle ehrlich gesagt nicht, dass solche Fälle schon vorgekommen sind. Wie ihr gesehen habt, sind hier noch einige Variablen in meinem Rechenbeispiel drin, wenn man die ein wenig nach oben/ unten anpasst, kann durch die Glykogenspeicher schonmal deutlich mehr Gewicht verloren werden.

Fakt ist aber: Ein Großteil des Gewichtsverlusts kommt tatsächlich über die Leerung der Glykogenspeicher zustande. Würde man nach 14 Tagen wieder normal zu essen beginnen, würden sich auch die Speicher wieder füllen (wenn auch nicht vollständig) und dementsprechend auch wieder Wassermasse einlagern. Der nahhaltige Effekt, nämlich die Reduktion von Körperfett dauert deutlich länger und benötigt in den meisten Fällen dann doch ein wenig mehr Durchhaltevermögen.